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Trinitatiskirche in Jade Bildergalerie:
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der Trinitatiskirche
Was mich bewegt
(Mai 2018)
Monatsspruch
Grafik: GEP
   


Liebe Leserinnen und Leser, viele verschiedene Gedanken haben sich die Hauptkonfirmandinnen und -konfirmanden auf der Freizeit vor ihrer Konfirmation über Gott gemacht: Wer er ist, wer er für sie ist, was er mit unserer Welt zu tun hat. Sie haben Bilder mitgebracht, mit denen sie Gott vergleichen können und haben Bilder gefunden, die in den Heiligen Schriften der Bibel uns überliefert werden. Sie haben ihre Gedanken in Worte gefasst oder in Bildern dargestellt. Zu Ende gedacht ist das alles noch lange nicht und wird es auch nie sein können, denn Gott übersteigt unsere Vorstellungskraft. Das bedeutet aber nicht, dass Gott uns fern ist und wir nicht zu ihm kommen können. Dafür steht das Bild der Brücke.
Brücken verbinden. Eine besondere Brücke hat Leonardo da Vinci konstruiert. Für deren Aufbau werden keine Dübel, Schrauben, Nägel oder Seile benötigt. Ihre Balken stützen sich gegenseitig ab und bei Belastung verfestigt sich die Konstruktion von selbst. Wie gut das gelingt, hängt von der Reibung der Hölzer ab. Je rauer sie sind, desto besser hält die Brücke. Die Konfirmanden haben ausprobiert, so eine Brücke aufzubauen. Brücken, das sind nicht nur die Gebilde aus Holz, Stein oder Metall, die Menschen zusammenführen. Mit dem Bild der Brücke wird auch das Verhältnis Gottes zu uns Menschen beschrieben. Gott bleibt gerade nicht für sich und hält sich aus allem heraus, was hier mit uns auf der Erde geschieht. Er schlägt eine Brücke zu uns. Er reißt sie auch nicht ein, wenn er von uns Menschen genug hat. Seine Brücke steht fest. Dafür steht Jesus Christus ein. Er ist die Brücke zwischen Gott und den Menschen oder wie es im 1. Brief des Timotheus heißt der Vermittler.
Gott will ja, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn nur einer ist Gott, und nur einer der Vermittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus. (1 Tim 2,4.5 BASISBIBEL)
Mit seinen Worten und Taten forderte Jesus die Menschen heraus. Er rieb sich mit ihnen, wenn er sich um die kümmerte, mit denen niemand etwas zu tun haben wollte - Kranke zum Beispiel, von denen die anderen glaubten, Gott habe sie gestraft. Er rieb sich auch mit ihnen, wenn er die, die nicht beachtet wurden, als besonders wichtig für Gott hinstellte - Kinder zum Beispiel oder Frauen, die damals nichts zu sagen hatten.


















   


Jesus war nicht nur immer nett und freundlich. Aber erinnern wir uns: Die Brücke, die Leonardo da Vinci konstruiert hat, trägt nur, wenn die Hölzer rau sind - je rauer, desto besser. Nur dann bieten sie Halt. Wie gut, dass Gott Ecken und Kanten hat. Das macht es zwar mitunter auch schwierig mit ihm, wenn er nicht unseren Erwartungen entspricht. Wir verstehen ihn manchmal nicht. Deswegen kostet es uns auch bisweilen Mut, uns auf die Brücke zu trauen, die er zu uns schlägt. In Gruppengesprächen war dies während der Konfirmandenfreizeit immer wieder ein Thema.
Aber es gibt auch eine Gehhilfe, um sich auf die Brücke zu trauen: das Gebet. Beten heißt, auszudrücken, was einen beschäftigt, um frei zu werden für Gottes Willen. Wer betet - in welcher Form auch immer -, öffnet sich und richtet sein Leben auf Gott aus. Das, was in ihm ist, kann raus - ob nun als Dank oder Klage, als Ausdruck der Freude oder auch der Verzweiflungund kann zur Ruhe kommen, um dann zu hören, was Gott von ihm will.
Denn beten heißt auch, sich einstimmen in Gottes Willen. Das ist von Zeit zu Zeit leichter oder auch schwerer. Auf der Brücke, die Gott zu uns schlägt, treffen wir ja nicht nur auf Menschen, die uns sympathisch sind, sondern auch auf die, mit denen wir lieber nicht zu tun haben möchten. Gott will ja, dass alle Menschen gerettet werden. Nicht nur unsere Freunde, unsere Familie, die Mitspieler im Verein, vielleicht noch die Nachbarn. Nein - alle Menschen sollen es sein. Darunter macht es Gott nicht.
Beten setzt uns schließlich in Bewegung. Die Brücke, die Gott zu uns schlägt, führt uns mit ihm und den Menschen zusammen, wenn es Füße gibt, die aufeinander zugehen, Arme, die einladend ausbreitet werden, Hände, die wir uns reichen, Augen, die sich treffen, Ohren, die wir einander leihen, einen Mund, der ein Lächeln übrig hat und das gesprochene Wort, das wir einander gönnen. Dann entstehen Wege, wo bisher keine waren und werden wir zu neuen Ufern getragen.
Mögen wir alle, vor allem aber die Konfirmandinnen und Konfirmanden, immer wieder den Mut finden, die Brücke zu betreten, die Gott zu uns schlägt. -



Ihr
Berthold Deecken, Pastor



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